Saunagang – Richtig und gut für die Gesundheit

Zwei Personen Sauna
(Quelle: Duravit)

Saunagänger leben länger!

„In der Sauna ist es doch so heiß.“ Ja, eben. – „Da sitzt man spärlich bekleidet mit wildfremden Menschen in einem engen Holzkasten.“ Möglicherweise. – „Aus dem Alter bin ich heraus.“ Ganz sicher nicht!

Wer das entspannende Schwitzen mit seinen bedächtigen Ritualen nicht kennt, der sollte es zumindest einmal ausprobieren. Das ist keine Frage der Lebensumstände oder des Typs – ob man sich zu den sportlich Aktiven oder zur Gruppe der Genussmenschen zählt, spielt keine Rolle. Und es gibt nur wenige gesundheitliche Einschränkungen, die das Saunieren tatsächlich verbieten.

Den Saunagang einfach mal testen

Temperaturen in der Sauna
(Quelle: Klafs)

Man muss nicht lange suchen, denn heute bieten viele Hallenbäder, Thermen oder Fitnessclubs Saunabereiche an, in denen man für wenige Euro die wohltuende Wirkung von Wärme und Ruhe ganz unverbindlich kennenlernen kann. Sie müssen unter den verschiedenen Angeboten nur auswählen – soll es die klassische finnische Sauna mit ihrer trockenen Hitze sein? Das türkische Hamam mit seinen feuchtwarmen Entspannungsbereichen und einem Angebot traditionellerMassagen? Oder die niedrig temperierte Textilsauna, in der sich mancher Anfänger wohlfühlt?

Eine Entscheidungshilfe kann der Besuch beim Arzt bieten. Herz- oder Kreislaufpatienten wird er im Einzelfall nach Abwägen aller Vor- und Nachteile von Varianten mit besonders starker Hitze abraten, ähnliches kann bei Venenleiden gelten. Dann wählt man eben eine milde Form des Schwitzbads. Viel wahrscheinlicher als ein Saunaverbot durch den Arzt ist jedoch eine Empfehlung wegen der gesundheitlichen Vorteile. Sie beginnen bei der positiven Wirkung auf die Haut, die durch sanfte Wärme und eine mittlere Luftfeuchtigkeit zarter und jugendlicher wird. Und sie enden noch lange nicht bei der verbesserten Abwehr gegen lästige Erkältungen.

So funktioniert Sauna richtig

Abkühlung bei Saunagang
(Quelle: epr/B+S Finnland)

Natürlich zeigt schon die Hitze selbst ihre Wirkung: Die Körpertemperatur steigt auf bis zu 39 °C, an der Hautoberfläche können sogar 42 °C erreicht werden. Das wirkt auf Krankheitserreger wie ein leichtes Fieber – mit dem Unterschied, dass der Körper die Wärme nicht selbst erzeugen muss, da sie von außen kommt. Zugleich entspannen und weiten sich die Blutgefäße. Die Haut wird stärker durchblutet. In der anschließenden Abkühlungsphase ziehen sich die Gefäße wieder zusammen. Dieser Wechsel trainiert die Adern, kann zum verbesserten Sauerstofftransport ebenso wie zur verstärkten Abfuhr von Schadstoffen und Ablagerungen führen. Zudem wurden positive Wirkungen auf Menschen mit Spannungskopfschmerz beobachtet. Die Entschlackung wird auch durch das Schwitzen erreicht. Es mobilisiert den Wasserumsatz im Gewebe, wirkt außerdem reinigend auf die Haut und regt dort die Neubildung von Zellen an.

Korrektes Verhalten in der Sauna

In öffentlichen Saunen trifft man meist auf Unbekannte, aber Gleichgesinnte. Der Umgangston dort ist nicht förmlich, doch man sollte einige kleine Regeln beachten, damit man nicht aneckt.

Freundlich und rücksichtsvoll

Neuankömmlinge grüßen die Anwesenden kurz. Das versteht sich von selbst. Wichtiger: Schließen Sie nach dem Eintreten rasch die Sauna-Tür, damit nicht zuviel Wärme entweicht. Kleidung nein, Handtuch ja.

Nacktheit ist normal

In Europa benutzt man die Sauna meist unbekleidet. Das lässt dem Körper jeden Freiraum zum erholsamen Schwitzen. Hier und da sind auch Textilsaunen anzutreffen, die in Badebekleidung betreten werden, doch die behindert den Schweißfluss, kann abfärben, durch Chlorrückstände die Haut irritieren und in der Hitze selbst Schaden nehmen. Immer dabei ist jedoch ein Saunatuch. Darauf setzt oder legt man sich – weil es einfach hygienischer ist.

Gesellig, aber nicht redselig

Vor allem im deutschsprachigen Raum wird in der Sauna nicht viel gesprochen. In Finnland oder Russland etwa sieht es da ganz anders aus. Wie auch immer: Passen Sie sich einfach den jeweiligen Gepflogenheiten an. In der Heimsauna zu Hause bestimmen Sie allein – für den Sauna-Effekt spielt es keine Rolle, ob Sie schweigen oder sich angeregt unterhalten.

Einverständnis einholen

Wer einen Aufguss machen möchte, sollte sich zuerst vergewissern, ob das den Anwesenden recht ist. In der Sauna ist niemand der Chef.

Regeln beachten

Hängen in einer Sauna spezielle Saunaregeln aus, lesen Sie sie durch und respektieren Sie sie. Das dient dem reibungslosen Miteinander und sorgt für ungetrübte Freude am Saunagang.

Sauna verbessert die Gesundheit und entspannt

Sauna Gesundheit
(Quelle: Klafs)

Ein Saunagang ist für viele passionierte Saunafreunde jedoch kein bloßes Gesundheitsprogramm. Sie besuchen die Sauna wegen der unvergleichlich wohltuenden Entspannung. Ganz gleich, welche Art von Sauna Sie aufsuchen, Sie benötigen keine besondere Ausrüstung. Ein großes und ein kleines Saunatuch genügen, meist kann man sie sich in öffentlichen Saunen auch ausleihen.

Für den Anfang bietet sich vielleicht ein Dampfbad mit niedrigen Temperaturen von 40 bis 60 °C an. Die Luftfeuchtigkeit liegt dort meist bei etwa 50 %. Das ist gut auszuhalten. Probieren Sie in jedem Fall auch die traditionelle finnische Sauna aus. Hier herrscht eine sehr trockene Hitze, die Temperaturen liegen bei bis zu 100 °C, zuweilen auch darüber. Keine Sorge: Sie verbrennen sich dabei nicht, da der Körper durch das Schwitzen die Körpertemperatur regelt.

Eine besonders schonende Alternative ist die Infrarot-Kabine. Darin sorgen Strahler mit Infrarotlicht für die Erwärmung des Körpers. Die Temperatur der Infrarotsauna beträgt nur 38 bis 55 °C, denn die Strahler wirken direkt auf den Saunagänger.

Abwechslung beim Saunagang

Bei allen Sauna-Varianten ergibt sich ein guter Teil der entspannenden und gesundheitsfördernden Wirkung aus dem Wechsel von Wärme und Abkühlung. Typischerweise folgt auf eine gründliche Reinigung der erste Saunagang. Dabei hält man sich etwa zehn bis 15 Minuten in der Sauna auf. Das ist keine feste Regel, man kann auch länger dort verweilen, und zu Beginn können das auch deutlich kürzere Zeiten sein – das richtet sich allein danach, ob Sie sich wohlfühlen. Wenn Sie nach fünf Minuten den Eindruck haben, Sie hätten vorerst genug geschwitzt, dann spricht nichts dagegen, die Sauna wieder zu verlassen.

Nun schließt sich eine Abkühlungsphase an. Dafür eignet sich eine kalte Dusche ebenso wie der Gang ins kalte Tauchbecken. Dabei erleiden Sie übrigens keinen Kälteschock – Sie werden staunen, wie angenehm erfrischend das kühle Bad sein kann.

Nach dem Abkühlen ruht man sich aus. Meist stehen dafür im Saunabereich Liegen bereit. Während der Ruhephase schwitzt man ein wenig nach. Jetzt ist auch eine gute Gelegenheit, die verlorene Flüssigkeit zu ersetzen. Dabei schmecken Säfte oder Mineralwasser, alkoholische Getränke eignen sich weniger.

Hat man eine Viertelstunde geruht – oder eben so lange, wie man möchte –, kann der nächste Saunagang folgen. Häufig werden drei Saunagänge empfohlen, jeweils mit anschließender Abkühlung und Ruhe. Das ist aber kein Muss. In der Sauna gibt es keinen Zwang: Sie müssen sich wohlfühlen, und allein das zählt.

Kosten einer Sauna

Eine steckerfertige Elementsauna zum Selbstaufbauen mit etwa zwei bis drei Quadratmetern Grundfläche in akzeptabler Qualität erhalten Sie samt Ofen ab etwa 1.200 Euro. Dort finden maximal Zwei Platz. Für wenige hundert Euro mehr gibt es Massivsaunen mit etwa vier Quadratmetern Grundfläche. Bei einem guten Sauna-Set sollten Sie mit Kosten ab etwa 2.000 Euro rechnen. Handwerkerlöhne für den Aufbau kommen hinzu.

Bei kompletten Saunahäusern beginnt das Preisspektrum bei etwa 3.000 Euro, gerechnet ab Oberkante Fundament. Preise für individuell geplante Saunalandschaften richten sich nach der gewünschten Ausstattung und den Handwerkerleistungen.

Saunaöfen gibt’s von ca. 600 bis 1.000 Euro. Kosten für Duschen oder Wasserbecken, Infrarotstrahler, Steuergerät, Beleuchtung oder weitere Ausstattungswünsche kommen hinzu. Vergleichen Sie verschiedene Angebote. Der eigentliche Sauna-Betrieb ist übrigens günstig: Pro Saunagang fallen Stromkosten von wenigen Euro an.

Auf den Geschmack kommen

Hat Ihnen der Saunabesuch Spaß gemacht? Dann werden Sie das Vergnügen sicher bald wiederholen. Und irgendwann spielen Sie vermutlich mit dem Gedanken an eine Heimsauna. Das ist viel zu teuer? Dafür haben Sie keinen Platz?

Sie werden überrascht sein. Natürlich kann man deutlich fünfstellige Summen für die eigene Sauna ausgeben. Und man kann eine Saunalandschaft mit allen Schikanen entwerfen, die dann auch einige Dutzend Quadratmeter belegt. Es ist aber ebenso möglich, einen Bausatz für gut 1.000 Euro aufzustellen und das Ganze auf zwei Quadratmetern unterzubringen. Irgendwo dazwischen werden Sie problemlos die Lösung finden, die Ihrem Budget und dem verfügbaren Raum entspricht.

Was Sie für eine eigene Sauna benötigen

Optimaler Saunabereich
(Quelle: Klafs)

Um eine Sauna-Kabine aufzustellen, muss der geplante Standort neben ausreichendem Platz einen Stromanschluss, oft 400 Volt, und eine Belüftungsmöglichkeit bieten – also ein Fenster oder einen Luftschacht. Strom kann man ohne Weiteres nachträglich legen lassen, bei der Belüftung wird das aufwendiger,l ässt sich aber auch machen, wenn eine Außenwand an den Raum grenzt. Mieter müssen hier in jedem Fall das Einverständnis des Vermieters einholen.

Praktisch ist es, wenn der Raum einen Fliesenboden besitzt, denn der ist recht unempfindlich gegenüber anfallender Feuchtigkeit und lässt sich leicht reinigen. Ideal wäre für eine kleine Sauna der Einbau in ein großes Bad oder in ein Zimmer, das an das Bad angrenzt, denn dann sind Dusche oder Wanne zum Abkühlen bereits vor Ort.

Für eine Sauna, in der es nicht allzu beengt zugeht, sollte man ab vier Quadratmeter Grundfläche einplanen – Faustregel: je Person soll die Sauna innen ein bis 1,5 Quadratmeter Grundfläche bieten. Hinzu kommt ein ausreichender Freiraum ringsherum, denn die Saunakabine sollte nicht direkt an eine Wand grenzen. Zudem muss eine Deckenhöhe von mindestens 2,20 m zur Verfügung stehen, besser etwas mehr.

Größere Gestaltungsmöglichkeiten bietet der Einbau in einen Kellerraum. Hier ist zum einen für die eigentliche Sauna mehr Platz, zum anderen lassen sich Abkühlgelegenheit und Ruhezone flexibler planen. Freilich erfordert das einen größeren Bauaufwand und verursacht höhere Kosten, dafür sind hier sehr repräsentative Lösungen möglich.

Das beste Material für eine Sauna

Das verwendete Holz entscheidet über Lebensdauer und Stabilität, aber auch über Gebrauchseigenschaften. Die Klassiker für die Innenverkleidung sind Nadelhölzer,die in kalten Regionen gewachsen sind, beispielsweise skandinavische Fichte oder kanadische Hemlock-Tanne. Die Bäume wachsen im kühlen Klima langsamer, was zu feineren Jahresringen und einer höheren Dichte führt.

Gebräuchlich ist auch Douglasie mit ihrer etwas lebhafteren Maserung. Vor allem Fichte kann Äste aufweisen. Fest eingewachsene kleinere Äste machen meist keine Probleme, doch größere Äste, die sich eventuell lockern können, sind potenzielle Schwachstellen. Unschön sind Harzflecken oder gar offene Harzgallen – sie sind ein Hinweis darauf, dass der Hersteller das Holz nicht sorgfältig genug ausgesucht hat.

Für Saunen werden heute auch Mehrschichtplatten verwendet. Meist aus Nadelhölzern, aber auch aus Buche oder Birke. Sie wirken weniger rustikal als der Aufbau aus Bohlen oder Profilhölzern. Wer seine Sauna selbst konstruiert, muss darauf achten, dass die Platten wasserfest verleimt sind. Bei Liegen und Bänken ist es wichtig, dass leichte Weichhölzer verwendet werden, die möglichst wenig Wärme leiten. Üblich sind schnellwüchsige Sorten wie Pappel, Espe oder das afrikanische Abachi-Holz.

Die Vielfalt einer Sauna

Luxus Sauna
(Quelle: B+S Finnland)

Ganz gleich, ob Sie eine Fertigkabine, einen individuellen Einbau oder ein Sauna-Haus wählen – der Beheizung sollten Sie besondere Aufmerksamkeit widmen. Je vielseitiger das technische Herzstück der Sauna ausgelegt ist, desto einfacher können Sie den Saunagang nach Ihren persönlichen Wünschen gestalten.

Aktuelle Saunaöfen erlauben sowohl den Betrieb mit starker, trockener Hitze als auch die Nutzung als weniger heißes Dampfbad. Möglich wird das durch einen integrierten Verdampfer, der – anders als beim klassischen Aufguss – Feuchtigkeit kontinuierlich und gut kontrollierbar in den Raum abgibt. Damit sind nach Zugabe entsprechender Essenzen auch Kräuter-Dampfbäder möglich.

Zusätzliche Infrarotstrahler bieten schließlich die Gelegenheit zum schonenden Wärmebad, das vor allem in der kalten Jahreszeit eine echte Wohltat ist. Nicht zu verwechseln ist das infrarote Licht übrigens mit farbiger Beleuchtung, der ebenfalls allerlei gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben werden. Man mag davon halten, was man möchte, als zusätzliche Ausstattung kann farbiges Licht zumindest Einfluss auf Stimmungen nehmen.

Wichtig ist das Licht immer: Es sollte hell genug sein, um in der Sauna eine problemlose Orientierung zu erlauben, eine zu grelle Beleuchtung stört jedoch die Entspannung. In keinem Fall darf kräftiges Licht genau von oben kommen – wenn man auf einer Saunabank auf dem Rücken liegt, scheint es sonst direkt in die Augen. Angenehmer ist als Hauptlichtquelle eine indirekte Beleuchtung, als umlaufendes Deckenfries oder mit einzelnen Wandleuchten realisiert.

Die eigene Sauna

Persönliche Sauna
(Quelle: Gütegemeinschaft Saunabau)

Am Anfang steht die Analyse der eigenen Wünsche und Möglichkeiten: Welche Art Sauna möchten Sie haben, welchen Platz haben Sie zur Verfügung, wie hoch ist Ihr Budget? Eine sorgfältige Auswahl lohnt sich aber, denn eine hochwertige Sauna wird die nächsten Jahrzehnte überdauern.

Haben Sie Ihr Wunschmodell gefunden, sollten Sie beim Hersteller nachfragen, ob er Ihnen Referenzobjekte oder eine Ausstellung nennen kann. Ist Ihre Entscheidung getroffen und der Kauf perfekt, geht es an Lieferung und Montage. Natürlich können Sie eine Bausatz-Sauna als passionierter Heimwerker selbst aufstellen. Dazu sollte man allerdings bereits Erfahrung mit Do-it-yourself-Projekten dieser Größenordnung gesammelt haben. Den Strom schließt in jedem Fall besser der Fachmann an. Meist wird man allerdings einen spezialisierten Betrieb mit der Montage beauftragen. Bei einer nach Maß gefertigten Sauna empfiehlt sich das besonders, da der Handwerker dann auch ausmisst und für Messfehler geradesteht.

Soll eine Sauna bei einem Neubau zur Grundausstattung gehören oder im Rahmen eines Umbauprojekts integriert werden, kann der ausführende Architekt bei den meisten großen Saunaherstellern Planungshilfen anfordern. Der Kundendienst der Hersteller steht aber natürlich auch den Bauherren mit Rat und Informationen zur Seite. Vermutlich werden Sie es kaum abwarten können, bis die Handwerker sich mit einem freundlichen Gruß verabschiedet haben, denn jetzt gibt es nur noch eins: den Saunaofen aufheizen und sich wohlfühlen. Eine konkrete External LinkSaunabau Bauanleitung finden Sie übrigens auch bei heimwerker.de

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